Mittwoch, 30. November 2011

DER HAMMERKOPF



Wer ist denn bloß der Hammerkopf?
Sehr ungewöhnlich ist sein Schopf.
Ein Wasservogel, das ist er.
Er kommt weit aus dem Süden her.

Und kennst du etwa ihn noch nicht?
Dann gibt dir Antwort dies Gedicht.
So lese diese Zeilen fort
und lern ihn kennen Wort für Wort!

Des Hammerkopfes Schnabel ist
recht lang gezogen, da er frisst
gern Fische, Frösche – Würmer auch.
Vom Schnabel macht er stochernd Brauch.

Doch was den Hammerkopf macht fein
sind nicht die braunen Federlein.
Es ist der große Federschopf
er waagrecht trägt am Hinterkopf.

Sein Rücken schimmert wie Metall
wenn auf ihn scheint die Sonne prall.
Und wenn die Sonne mittags brütet
ist er im Schatten gut behütet.

So mittags und auch nachts ruht er,
läuft tags im Wasser gern umher.
Daher er lebt an Wassern nur,
was ganz entspricht seiner Natur.

Auf Bäumen ruht und nistet er,
kommt flatternd ausschließlich daher.
Und legt weiß Eier in sein Nest,
das sehr, sehr groß er baut und fest.

Dies nun, das ist der Hammerkopf,
stets du erkennst an seinem Schopf.
Und da dies Wissen nicht geheim
erzähle weiter diesen Reim!

205 mal gelesen

Donnerstag, 10. November 2011

Willkommen im Vogelreime blog!

Im Vogelreime blog geht es um Vogelreime - was ja der Logik der Namensgebung folgt.

Diese Vogelreime stammen alle aus meiner eigenen Feder, einige sind zuweilen mit einem Augenzwinkern zu lesen, andere sind ein Stück weit lehrreich und beschreiben auf leichte Weise die Eigenschaften der bereimten Vögel.

Dabei erheben diese Vogelreime nicht unbedingt den Anspruch, zoologisch bis ins kleinste Detail zu gehen. Die Dichtkunst und die Harmonie der Zeilen stehen für mich stärker im Vordergrund.

Da ich aber in der Tat ein großer Vogelliebhaber bin und diese auch gerne in Zoos und in der freien Natur betrachte, dienen die Reime dennoch auch dazu, dem Leser die Eigenarten und Eigenschaften bestimmter Vögel und die Begeisterung für diese Tiere ein Stück weit näher zu bringen. Und vielleicht findet jeder Leser in diesen Zeilen nicht nur seinen Lieblingsreim, sondern auch einen Lieblingsvogel, dem er künftig mit ein wenig Entzücken und einem Augenzwinkern begegnen kann.

Allem voran wünsche ich Lesern der Vogelreime aber einfach Spaß an den Zeilen und ein leichtes Lesevergnügen.

85 mal gelesen

Mittwoch, 9. November 2011

DIE AMSEL

Auf der Mauer sitzt die Amsel
und beobachtet die Welt.
Lange staunt sie über alles
unten und am Himmelszelt.

Gärten, Parks und Autobahnen,
wie der Mensch das Land bestellt,
Häuser baut und Städte anlegt
und dabei die Welt erhellt.

Und so mancher Wald auch musste
großen Städten dafür weichen.
Manchmal aber, weiß die Amsel,
tut der Mensch die Schuld begleichen.

Und so baut er grüne Gärten,
pflanzt dort Bäume, Blumen, Gras.
So zeigt sich der Mensch doch nützlich
und schafft sich Natur nach Maß.

Da sagt sich die Amsel heiter,
dass es ihr hier doch gefällt.
Und so fliegt sie wieder weiter,
hat sie dieses festgestellt.

115 mal gelesen

DER GRAUKOPFLIEST

Ein Vogel sitzt auf einem Ast,
ein kleiner, feiner ohne Hast.
Der Schwanz, der schimmert königsblau,
das kleine Köpfchen ist ganz grau.

Er lebt mit seinesgleichen gern
allein zu sein ist ihm so fern.
Darum er gerne sitzt zu zweit
und so verkuschelt seine Zeit.

Da muss, wer ihn betrachten will,
sehr leise, vorsichtig und still
sich in die Büsche vorwärts wagen
und darf bloß gar kein Tönchen sagen.

Denn sonst fliegt er ganz schnelle fort
und sucht sich einen neuen Ort,
an dem er weiter kuschelt dann
und niemand wieder stören kann.

90 mal gelesen

DER REIHER



Der Reiher, der Reiher,
der legt seine Eier.

Der Reiher der baut
sein Nest gern aus Kraut.

Das Gelege der Reiher
umfasst gar zehn Eier.

Die sind manchmal blau,
doch nicht immer genau.

Weiß manchmal auch,
vom Blau nur ein Hauch.

14 bis 30 Tage bebrütet
warm und sicher, wohlbehütet.

Die Eier brüten beide
und keiner steht in der Kreide.

Die Jungen schlüpfen versetzt,
der Kleinste (Jüngste) kommt zuletzt.

Die Jungen sind noch nackt,
noch nicht in Federn gepackt.

Sie bleiben im Nest 13 Wochen,
bis sie gut Gewicht an den Knochen.

So fliegen sie bald fort
aus ihrem Elternhort.

Dann sind die Jungen weg,
das ist der ganze Zweck.

Mit Eiern, Eiern bloß
geht’s dann von vorne los.

76 mal gelesen

DER MASKENKIEBITZ

Es war ein schlanker Vogel fein,
der wollte endlich Jemand sein.
Denn jeder Blick im Wassertiegel
zeigt eine Maske nur im Spiegel.

Die Maske gelb, die Federn grau.
Wie gern wär’ er ein Kongopfau,
Dann hätt’ er eine Federkrone
schön weiß wie eine Anemone.

Und, ja, er wär’ ein Pflänzchen gern,
ein auf der Wiese heller Stern.
Doch täten ihn die Kühe fressen!
Nein, die Idee er muss vergessen.

Wie wäre er als Dromedar?
Hätt’ dichtes, helles, langes Haar.
Doch wie wär’ das im Sommer wohl?
Nein, der Idee ein Lebewohl!

Da tritt gerade ans Gehege,
ein Kind und schauet lieb und rege.
Da ruft es „Maskenkiebitz!“ aus
und schon ist er ganz aus dem Haus.

Und so er sieht mit großer Freude,
dass er nicht seine Zeit vergeude
noch länger mit der Träumerei,
dass er gut wär, als der er sei.

Ein Maskenkiebitz ganz und gar,
mit gelber Maske, das ist klar.
Die Maske gelb, die Federn grau,
so muss er ausseh’n, ganz genau.

79 mal gelesen

DER PAPAGEI

Weit und breit kein Tier in Sicht.
Die Bäume stehen dicht an dicht,
sie tragen Blüten, tragen Blätter
und, ach, wie herrlich ist das Wetter.

Doch plötzlich regt sich ganz weit oben
als hätte sich ein Tier erhoben.
Es flieget dort von Ast zu Ast
gleich wie ein unsichtbarer Gast.

Nur wer geduldig hier kann warten
in diesem tropisch heißen Garten,
dem wird sich recht bald offenbaren,
welch Tier da fliegt in bunten Scharen.

Langer Schwanz und rot Gefieder,
bald setzt es sich wieder nieder.
Schnell, heb deinen Blick empor!
Ein großer Schnabel lugt hervor.

Was mag’s für ein Vogel sein?
Horch leise in den Wald hinein!
Und wer nun lauscht dem laut Geschrei,
erkennt ganz schnell: ein Papagei.
85 mal gelesen

DER SPATZ

Es war ein kleiner Spatz,
der hatte seinen Platz
in einem Schwarm von Tauben,
man mag es ja kaum glauben.

Die Tauben durch die Städte
schnell flogen um die Wette
und um das beste Futter,
am besten Brot mit Butter.

Was so die Leute schmissen,
von Brötchen abgerissen,
die Tauben mussten fangen,
woran sie all gelangen.

Und weil der Spatz so kleine,
hat dünne, kurze Beine,
von fetten Tauben überragt,
er hungrig bald und schnell verzagt.

So sagt er „Piep!“ und geht,
auf eignen Beinen steht.
Und trifft bald and’re Spatzen,
die laut genüsslich schmatzen.

So schnell das Spätzchen kann,
schließt’s sich den andern an.
Und sieht bald ohne Trug,
für alle gibt’s genug.

Hier gab’s kein Futterrauben
wie bei den fetten Tauben,
weil hier die lieben Kinderlein
die Spatzen füttern ganz allein.

So hat der Spatz erkannt:
aus liebster Kinderhand
gibt’s Kekse und gibt’s Brot,
so leid’ ich nimmer Not.

71 mal gelesen

DER WIEDEHOPF

Der Wiedehopf, der war,
ein Vogel klein und rar.
In seinem Nest er saß
Und kleine Würmer aß.

Gelb Federn trug er mit Entzücken
an seinem Bauch und auch am Rücken.
Und schwarz-weiß Streifen nur der Hopf
trug an den Flügeln und am Kopf.

Und ganz besonders stolz er war,
auf seine Federhaube gar.
Die auf dem Kopf er trug
und nicht nur zeigt im Flug.

Und da der Wiedehopf,
stolz war auf seinen Schopf,
flog er durch alle Land
wo er Bewunderer fand.

Doch bald war’s ihm zu viel,
dies eitle, dumme Spiel.
So machte er schnell Kehrt,
in sein Nest unversehrt.

Und wie er dort so saß
und kleine Würmer aß,
so war er, was er war,
ein Vogel wunderbar.
65 mal gelesen

DIE ELSTER

Eine kleine Elster war
daheim am Wasserlauf,
dort war es schön und wunderbar,
doch bald kam Langweil auf.

Und so die kleine Elster flog,
weit über Wald und Land.
Und wendig um die Wolken bog,
bis sie fein Plätzchen fand.

Ein Plätzchen zum Verschnaufen,
zum Essen und zum Ruh’n,
auf einem groß Heuhaufen,
um endlich Rast zu tun.

Als dann die Pause endet,
schwingt sich die Elster auf.
Und da sie plötzlich wendet,
kehrt Heim zum Wasserlauf.

Und als sie wieder Heime war,
war alles ihr vertraut.
Es war so schön und wunderbar,
so sang sie froh und laut:

Daheim ist’s doch am besten,
nur Flügel hab ich halt,
und die muss ich oft testen,
drum flieg ich durch den Wald.

57 mal gelesen

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